Boden/ Grundwasser

Wissenswertes zur Sanierung des RuhrZink-Geländes in Datteln

Nach der Stilllegung des RuhrZink-Werks wurden auf dem Werksgelände seit 2009 Untersuchungen zur Belastung des Bodens und des Grundwassers durchgeführt. Die Untersuchungen wurden durch einen Gutachter im Auftrag der RuhrZink GmbH durchgeführt. Alle Untersuchungsschritte und alle Ergebnisse wurden regelmäßig mit den zuständigen Behörden beim Regierungspräsidium Münster, beim Kreis Recklinghausen und bei der Stadt Datteln abgestimmt.

Insgesamt wurden auf dem gesamten Betriebsgelände über 50 Kleinbohrungen und 13 Brunnenbohrungen durchgeführt. Über 200 Bodenproben und über 150 Wasserproben wurden auf eine breite Palette von möglichen Schadstoffen untersucht. Hinzu kamen die Ergebnisse von zahlreichen früheren Bohrungen und Analysen, die, soweit sie geeignet waren, ebenfalls zur Bewertung herangezogen wurden.

Bodenbelastung:

Die Bodenbelastungen konzentrieren sich vor allem auf den ehemaligen Produktionsbereich im zentralen Werksgelände der RuhrZink (ehem. Laugerei, Versorgungs- und Misch-Station und Schwefelsäureanlage). An den Rändern des Werksgeländes gehen die Konzentrationen im Boden auf normale Werte zurück.

In der Tiefenverteilung liegen die höchsten Belastungen an der Oberkante des anstehenden Mergels in einer Tiefe von rd. 5 m. Zum Teil finden sich Beeinträchtigungen bis 15 m Tiefe. Dieser Teil der Belastung liegt unter dem Grundwasserspiegel, der bei etwa 5 m steht.

Die Schwermetalle liegen oft in gut wasserlöslicher Form vor, so dass sie relativ leicht in das Grundwasser ausgewaschen werden. Die Hauptbelastungen bilden die Schwermetalle Zink und Cadmium. Andere Metalle (z.B. Nickel, Blei, Kupfer, Thallium) werden in den Schadensschwerpunkten auch in erhöhten Konzentrationen gefunden, aber nicht so verbreitet wie Zink und Cadmium. Zink und Cadmium sind deswegen die „Leitparameter“ der Bodenbelastung.

Grundwasserbelastung:

Die Grundwasserbelastungen zeigen zwei Schwerpunkte im ehemaligen Produktionsbereich im zentralen Werksgelände der RuhrZink (ehem. Versorgungs-/Misch-Station und Schwefelsäureanlage). An den Rändern des Werksgeländes gehen die Konzentrationen im Grundwasser auf normale Werte zurück.

Das Grundwasser fließt im Bereich des Werksgeländes nach Osten, hin zum Dortmund-Ems Kanal. Der Grundwasserspiegel liegt etwa in 5 m Tiefe.

Die Hauptbelastungen im Grundwasser bilden die Schwermetalle Zink, Cadmium und Nickel sowie Sulfat. Andere Metalle (Blei, Kupfer, Thallium) werden in den Schadensschwerpunkten auch in erhöhten Konzentrationen gefunden, aber nicht so verbreitet wie Zink, Cadmium, Nickel und Sulfat. Zink, Cadmium, Nickel und Sulfat sind deswegen die „Leitparameter“ der Grundwasserbelastung.

In den aktuellen Messungen zeigt sich bereits ein positiver Einfluss durch den 2011 gestarteten Pilotversuchs.

Wasserqualität im Dortmund-Ems Kanal:

Das Wasser des Dortmund-Ems Kanals wurde im Juli 2010 und im September 2011 an fünf Stellen neben dem RuhrZink-Werksgelände und abseits davon untersucht. Dabei wurden im Wasser des Dortmund-Ems Kanals zu keiner Zeit Trinkwasser-Grenzwerte (nach Trinkwasser-Verordnung) überschritten, d. h. Baden und Angeln im Dortmund-Ems Kanal ist aus Sicht der Altlastensanierung nicht eingeschränkt. 

Gefährdungsabschätzung:

Durch die festgestellten Belastungen werden folgenden Gefährdungen ausgelöst:
  • bei direktem, regelmäßigem Kontakt mit dem belasteten Boden über lange Zeit kann es Gesundheitsgefahren für die Nutzer der Fläche geben (Industrie-/Gewerbenutzung)
  • Gefahr für die Grundwasserqualität
  • Gefahr für die Qualität des Wassers im Dortmund-Ems Kanal (langfristig)
Im jetzigen Zustand gehen von den Altlasten auf dem RuhrZink-Gelände keine Gefahren für Anwohner oder Passanten des Geländes aus. Alle festgestellten Gefährdungen beschränken sich auf das Grundstück der RuhrZink. Ein Kontakt mit dem belasteten Boden ist wegen der flächendeckenden Oberflächenversiegelung nicht möglich, so dass im jetzigen Zustand auch keine Gefahr für die Nutzer des Grundstücks besteht.

Altlastensanierung:

Auf Grund der gesetzlichen Vorgaben ist der Verursacher einer schädlichen Bodenveränderung verpflichtet, „... Boden und Altlasten sowie durch schädliche Bodenveränderungen oder Altlasten verursachte Verunreinigungen von Gewässern so zu sanieren, dass dauerhaft keine Gefahren, erheblichen Nachteile oder erheblichen Belästigungen für den einzelnen oder die Allgemeinheit entstehen“ (BBodSchG). Dafür kommen nach dem Gesetz
  • Maßnahmen zur Beseitigung oder Verminderung der Schadstoffe (Dekontaminationsmaßnahmen) und
  • Maßnahmen, die eine Ausbreitung der Schadstoffe langfristig verhindern oder vermindern, ohne die Schadstoffe zu beseitigen (Sicherungsmaßnahmen) in Frage.
Die RuhrZink GmbH hat durch Gutachter verschiedene Sanierungsvarianten prüfen lassen, darunter Verfahren mit Bodenaushub und Entsorgung, Einkapselung der Schadstoffe vor Ort und Grundwasserförderung und  -reinigung an verschiedenen Stellen, jeweils in verschiedenen Varianten.

Für die Grundwassersanierung favorisiert die RuhrZink GmbH ein biochemisches Immobilisierungs-Verfahren. Damit können die Schwermetalle im Boden dauerhaft gebunden werden, so dass eine Verunreinigung des Grundwassers nicht mehr besteht. Die Ergebnisse des momentan laufenden Pilotversuchs werden gegen Ende 2011 erwartet. Außerdem sind der Bau einer Oberflächenversiegelung und eine dauerhafte Überwachung der Grundwasserqualität Teil der Sanierung. Aus Sicht der Gutachter verspricht diese Verfahrenskombination eine sichere Sanierung und weist unter zahlreichen geprüften Sanierungsvarianten das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis auf.

Bei diesem Sanierungsverfahren werden die Schwermetalle im Boden dauerhaft eingeschlossen und gebunden. Es gibt dabei keine Beeinträchtigung der Anwohner und der Umwelt durch Emissionen (Staub, belastetes Grundwasser). Die Beeinträchtigung durch Lieferverkehr, der durch die Sanierung verursacht wird, ist ebenfalls nur sehr gering. Eine Entwicklung der Fläche als Industrie- und/oder Gewerbegebiet ist möglich.

Fragen beantworten wir Ihnen gern im Rahmen des Nachbarschaftsdialogs.

Autor: Dr. Stefan Kamsties (Plejades GmbH),
von der IHK öffentlich bestellter und vereidigter Sachverständiger für Sanierung (Bodenschutz und Altlasten - Sachgebiet 5)
Sachverständiger nach § 18 BBodSchG für Bodenschutz und Altlasten (Sachgebiet Sanierung)

Sehen Sie sich hierzu auch die folgenden Seiten an:


Was wurde untersucht
Ergebnisse, Referenzwerte, Gefährlichkeit
Ergebnisse Boden
Ergebnisse Grundwasser
Sanierungsuntersuchung
Pilotversuch Grundwassersanierung